Zusammengefasster Reisebericht einzelner TeilnehmerInnen als PDF-Datei

Gesamtbericht Partnerschaftsreise 2007

1 1. Tag
2 2. Tag
3 3. Tag
4 4. Tag
5 5. Tag
6 6. Tag
7 7. Tag
8 8. Tag

9 9. Tag
10 10.Tag
11 Arbeitsgruppenbericht Tischler/innen
12 Arbeitsgruppenbericht Gewandmeister
13 Projektbericht Maler
14 Projektbericht Raumausstatterin

 



1. Tag (29.6.07)

Michael, Marie, Heike, Anna, Marina, Annelie, Julia, Murat, Nina, Nicole, Rainer, Thomas, Christina – so lautete die Liste der TeilnehmerInnen unserer Reise nach Mosambik. Sie sollte uns schon bald weiter helfen. Doch dazu später mehr. Denn zunächst begann alles wie geplant:
Kurz nach dem Ruf des Hahnes trafen wir uns alle morgens um 5 Uhr am Hamburger Flughafen. Nachdem Murat uns überraschend mit warmen Croissants von der Reeperbahn versorgt hatte, begann der Versuch unsere je 20kg Gepäck plus/minus x an Bord zu bekommen. Sorgfältig wurden das Sperrgut eingewickelt und diverse Werkzeuge und Gastgeschenke auf die verschiedenen Koffer verteilt. Eine kluge Strategie wie sich bald herausstellte. Die Dame am Schalter der Air France war sehr kooperativ. Rasch ein paar Kilogramm herunter gelogen und schon war alles eingecheckt und auf direktem Wege nach Johannesburg geschickt. Ob wir dort auch alles wieder sehen werden? Wenig später ging es los. Wir starteten nach Paris.


Der ruhige Flug endete nach nur zwei Stunden auf dem äußerst unmodernen und hässlichen Flughafen Charles de Gaulle. Dass das nicht nur eine Frage des ästhetischen Empfindens war, wurde deutlich, als wir auf die Uhr schauten. Verdammt, der nächste Flug ist ja gar nicht mehr lange hin! Also etwas Gas geben bitte. Dumm nur, dass die französischen Flughafenarbeiter in typisch selbstherrlicher Manier kaum Notiz von des Jedermanns Eile nahmen. Ergo wird auch dort gecheckt, wo es nichts zu checken gibt. Dem allgemeinen Stau der Zubringerbusse auf dem Flughafengelände war es offensichtlich zu verdanken, dass zum geplanten Abflugzeitpunkt noch zahlreiche Plätze in unserer Boeing 747 nach Johannesburg frei waren. Also wurde gewartet. Mit halbstündiger Verspätung begann ein entspannter, von gutem Service geprägter Flug zur Wiege der Menschheit.


2. Tag (30.06.07)

Wir flogen also gute 10 Stunden, unbegreifbarer Weise 11000 Meter über der Erde. Zu sehen gab es Wolken, die außer uns an diesem Tage keiner sah .Viele Liter Wasser später setzten wir unsanft auf dem unbekannten Boden auf. Die nächtliche Skyline einer Stadt mit fast 18 Millionen Einwohnern ist beeindruckend und voller Lichter. Wir atmeten alle tief die frische, saukalte Luft ein. Kuschelige 9 Grad strömten durch die Nasenflügel. Es ist Winter so weit unter (oder über – wer weiß das schon?) Europa, dass ist schon klar, aber eine zweistellige Zahl wäre schon zu erwarten gewesen. Die Luft roch nach verbranntem Holz und nach Kohle (bitte?). Von einer netten deutschen Dame wurden wir eingesammelt und mit zwei Gefährten zu unserem Backpacker Unterschlupf befördert. Menschen gehen, kaum zu bemerken, auf der Schnellstraße. Alle Hupen gerne und wir biegen links in den Kreisverkehr ein. In der Dunkelheit erspähe ich, in freudiger Laune, die ersten Palmen, die natürlich bei den Temperaturen einfach nicht ihren vollen Charme zeigen. Uns erwarten Hochbetten, die eigentlich keine sind, und es fehlen Bettdecken. Das Duschen unter kaltem Wasser fällt also für uns Luschen erstmal weg.

Es gibt einen Aufenthaltsraum mit einem überdimensionierten Billard-Tisch und einer Bar an der glücklicherweise noch Englisch gesprochen wird. Es herrscht Klassenreisen-Stimmung wie in einer Jugendherberge. Wir stoßen auf unsere Ankunft in der Ferne an und im Hintergrund läuft „I´m sorry Miss Jackson“. Trotz alle dem scheint es so, als seien wir in Afrika. Die Nacht ist bitter kalt und die morgendliche Körperpflege ebenso. Gegen kurz nach 9 Uhr sind wir aber eh schon wieder auf dem Weg zum Flughafen. Unser Flug geht um 11.25 in Rund zwei Stunden. Zuvor ist Einchecken angesagt. Schade nur, dass auf unseren Tickets ein anderer Plan steht. Wild läuft Rainer umher und unwissend versteht keiner den Aufruhr. Dank auch an Thomas, den nordischen Helden, der uns stets mit Schokolade versorgte.
Wir verpassten also den heiß ersehnten Flug, der uns zu unserem vorübergehenden zu Hause nach Maputo bringen sollte. Nicht aufgrund von Trödeleinen, sondern schlicht und einfach aufgrund von Fehlinformationen ging es daneben. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit hätte es unseren Augen aber auch nicht entgehen können, dass auf dem Ticket eine andere Zeit steht als auf unserem ausgedruckten Plan. Nicht aufgrund von Trödeleinen, sondern schlicht und einfach aufgrund von Fehlinformationen. Nun, der fiktive Vorstellungsraum wird wieder geschlossen (hä?) und in der Realität verbringen wir lange 11 Stunden in der Halle des Johannesburger Flughafens. Schlafen, Essen, Worte und ein erster Anruf nach Hause. Die Bemühungen a Senhor Rainer und die oben bereits erwähnte Liste der Reisenden gewährte uns schließlich mittels Vitamin B doch noch den erhofften Flug. Diesmal allerdings mit der LAM, der mosambikanischen Fluggesellschaft. Deren Maschinen sind nur halb so bequem, aber scheinbar sicher genug. Um kurz nach sieben heben wir zu dem schnellsten Flug unserer Reise ab. Anschnallen, ein Fast-Food-Brötchen und ein Apfelsaft reinschaufeln. Der Tee und Kaffee wird uns aufgrund des Landeanfluges vom Tablett gerissen.



Beim Betreten von Maputo ist es wunderschöne 20 Grad warm und die ersten Moskitos sehen uns an. Ein lächelndes, uns bekanntes Gesicht begrüßt alle mit zwei Küsschen. Geschafft? Weit gefehlt.

Die mitgebrachten Werkzeuge und Geschenke sind für den Zoll zu verlockend. Da heißt es erstmal „Koffer öffnen“. Rainers energischer Eingriff ließ die mitgebrachten Bälle so gerade noch in Maries Tasche verschwinden. Doch die Kleinmaschinen erwischt es. Ihr Wert in Höhe von ca. 1000 Euro entspricht hier mehreren Monatsgehältern, so dass der Hüter der „Mocambique frontier“ an die temporäre Erhöhung seines Monatssalärs denkt – und erst einmal alles einbehält. Um runde 30 kg erleichtert, betreten wir endlich südostafrikanischen Boden.

Der Rest ist schnell berichtet: Begrüßungsgetränk, kurze Ansprache, Zimmeraufteilung und „gute Nacht JonBoy“.



3. Tag (01.07.07)

Vielleicht war es um die neun Uhr, vielleicht auch nicht, aber allmählich erwachten alle aus ihren Träumen und kamen aus ihren Zimmern gekrochen, um der herrlichen Sonne entgegenzublicken. Alle hatten ein sehr zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht und waren wahrscheinlich einfach glücklich endlich da zu sein. Gemütlich ging einer nach dem anderem auf das Lavatory um sich frisch zu machen, erledigte Dinge für sich und zum Schluss trafen wir uns alle im Garten wieder. Wir warteten auf die Frühaufsteher, die zum Markt gingen um frisches Obst und Gemüse zu besorgen! Riesenfreude, als wir sie aus der Ferne kommen sahen. Stille kam auf, da alle zufrieden ihr Frühstück genossen, denn es gab frische Orangen, Ananas, Bananen, Zitronen, Tomaten und Avocados. Von allen Lippen entfaltete sich ein „hmm“ oder wie Anna so schön sagen würde
„ supergeil“ ;-).
Um drei wurden wir dann von Eugénio und Herrn Langa, unserem Busfahrer abgeholt. Sie kutschierten uns im Bus des Ministeriums durch Maputo und ich denke, wir alle hatten viel zum Gucken, Staunen und einfach Spaß! Danach fuhren wir in den Luna-Park, eine Art Freizeitpark – mit einem kleinen niedlichen Riesenrad. Unser Blick fiel sofort auf die Bühne mit afrikanischer Musik! Der Sound war zwar übelst, aber die Kinder, die dort Tänze aufführten, hatten es voll drauf, dabei ihren Spaß und wir waren total fasziniert. Es scheint so, als hätte jedes Kind ( die Erwachsenen sowie) den Rhythmus in sich und keine Scheu sich zu präsentieren. Das Muschelkarussell sah sehr unstabil aus und klapperte unglaublich. Aber egal!
Nun ging es ins Restaurant, welches direkt am Luna-Park liegt! Die Bestellung ist schon immer klasse und ein Ereignis für sich, da alles über Rainer läuft und alle einfach querbeet reden, was sie haben wollen ;-). Alle Bäuche waren nach dem Essen gut gesättigt, bis auf Murats. Murat bestellte sich gleich noch ein zweites Gericht. Wir wollen ja schließlich jeden satt bekommen *grins*. Furchtfrei und mit vollem Bäuchlein wagten sich Annelie und Nina in das Kettenkarussell. Das geht ab. Auf dem Heimweg kauften wir noch einige Biere, so dass der Abend einen guten, amüsanten Ausklang fand.


4. Tag (02.07.2007)

Nach dem Aufstehen gab es gleich lecker Frühstück mit Sonne im Gesicht und Weißbrot, Butter, Marmelade, Tomaten, Avocado und Erdnussbutter. Um elf Uhr holte uns Senhor Langa mit dem Bus ab, um uns rein nach Maputo zum Kunstmuseum zu fahren. Dort angelangt, besuchten wir direkt neben dem Museum erst noch die Holzkunstschnitzer der Makonde, sie sind eine mosambikanische Ethnie, welche sich seit eh und je bemüht, ihre Traditionen zu wahren. Sie gehörte auch zu den ersten, welche sich gegen die Kolonisation der Portugiesen zu wehren versuchte.
Dann gingen wir alle gemeinsam ins Museum und sahen uns die dort ausgestellten Kunstwerke in Form von geschnitzten Skulpturen und Gemälden an. Um die hier gewonnen Eindrücke zu verarbeiten, ging es dann weiter an die Costa do Sol, um dort am Strand in einer Bar etwas zu trinken. Leider hatte die Bar zu und so mussten wir uns mit ein paar Flaschen Fanta und Cola direkt am Strand begnügen. War aber auch total schön. Natürlich haben wir dann auch ein paar Muscheln mitgenommen.

Unterwegs zurück in die Stadt haben wir am Straßenrand noch ein paar Kokosnüsse als Erfrischung gekauft. Auf dem Weg in die Baixa sind wir unterwegs abgesetzt worden um den Rest des Weges zu laufen und auch einmal etwas von der Umgebung nicht nur aus dem Bus zu sehen. In der Baixa angekommen, sind wir auf den Mercado Central gegangen, um Obst und andere wichtige Einkäufe zu erledigen. Die Menschen waren sehr freundlich zu uns, obwohl sie teilweise schon mehr Geld von uns als von den Einheimischen verlangen. Es gab Obst, Gemüse, Fisch, Brot, geflochtene Korbwaren, Hygienebedarf, Tücher, Kunsthandwerk, und jede Menge Zeug, das man halt so verkauft auf einem Markt.
Unser Treffpunkt war das Café Continental, in dem wir noch etwas Kleines gegessen und getrunken haben, bevor wir wieder vom Bus abgeholt wurden und wieder „nach Hause“ nach Matola gebracht wurden. Dort mussten wir dann unsere erbeuteten Kokosnüsse mit den uns gegebenen Mitteln (der Gehwegkante) öffnen und auch essen, um mal den Geschmack zu testen. Es hat gut geschmeckt, und so öffneten wir auch die restlichen. Alle sind von den vielen neuen Eindrücken mehr oder weniger erschlagen und teilweise auch völlig aufgedreht. Der Abend wurde dementsprechend für einige nicht mehr allzu lang. "Dann schlaf mal gut!" ....wenn du nicht gerade gackernde Zimmergenossen hast...

5. Tag (03.07.07) Besuch der Escola Secundaria Quisse Mavota in Maputo

Gegen neun Uhr rollt der Bus des Ministeriums für Bildung und Kultur mit uns an Bord auf den Schulhof der Escola Secundaria Quisse Mavota. Auf uns warten der Direktor der Schule, die stellvertretende pädagogische Leitung und mehrere Schulklassen, die uns mit ihrem Gesang empfangen. Wir werden vom Schulleiter feierlich begrüßt. Die SchülerInnen werden anschließend in ihre Klassen geschickt und wir, begleitet von der Schulleitung und einer kleinen Delegation von SchülerInnen zu einem Rundgang durch die Schule aufgefordert. Wir sehen das Sekretariat, die Büros, das Lehrerzimmer, die Vorbereitungszimmer der Lehrer für bestimmte Fächer (Sprachen: Englisch, Französisch, Portugiesisch, Naturwissenschaften, Kunst), das Chemie-/ Physiklabor, die Klassenräume, den Schulgarten, die Bibliothek, den Brunnen der Schule, den Sportplatz und die Toilettenräume und erfahren allerhand.

Bomben: 21.März 2007, Explosion eines Waffenarsenals, ungeklärte Gründe, viele Menschen sterben, verlieren ihre Häuser, Schulen/Krankenhäuser werden zerstört, wenig bis keine Hilfe für die Betroffenen beim Wiederaufbau ihrer Häuser

Brunnen: eigener Schulbrunnen, ca.30 Meter Tiefe, 2 Motoren pumpen, aber verbrauchen sehr viel Strom (deshalb manchmal Wasserprobleme, Rechnung kann nicht gezahlt werden)

Bücher: die Schulbibliothek ist bis auf wenige Schulbücher leer, keine Lehrmittel

Klassenzimmer: kurze Stippvisite im Englisch-Unterricht, 73 Schüler in einer Klasse

Schon bei der Besichtigung des Schulgartens klingen Trommelrhythmen in unseren Ohren und als wir unseren Rundgang beenden, werden wir von einer weiteren, diesmal trommelnden und tanzenden Combo empfangen. Die halbe Schule ist versammelt und die Tänzerinnen werden von ihren MitschülerInnen und uns begeistert angefeuert. Dann wird der Direktor zum Mittanzen aufgefordert, was für großen Jubel und Begeisterungsrufe sorgt. Es folgt der krönende Abschluss und unter lautem Klatschen, Rufen und Lachen wird zunächst Julia, im Anschluss werden Heike, Anna und Murat auf die Tanzfläche geholt. Nach diesem ersten Schock ziehen wir uns gemeinsam mit dem Direktor und den anwesenden Mitgliedern des Lehrerkollegiums in das Lehrerzimmer zurück. Nun folgt ein weiterer besonders feierlicher Teil des Besuches.



Im Lehrerzimmer setzen wir uns an die lange Seite des den Raum einnehmenden Tisches, uns gegenüber die Schulleitung und Vertreter des Lehrerkollegiums, des Elternbeirates und der Schülervertretung. Ausführlich werden wir über den Aufbau der Schule, die Schülerzahlen und die zur Verfügung stehenden Gelder der Schule ins Bild gesetzt. Dann rückt die Schulpartnerschaft zwischen Garmisch-Partenkirchen und der Escola Secundaria Quisse Mavota in den Focus. Erste Ideen und Interessen werden ausgetauscht. Nun kann der Dialog und die Zusammenarbeit beginnen. Aber vorher wird der Beginn der Schulpartnerschaft mit dem Unterzeichnen einer gegenseitigen Interessens-Erklärung feierlich besiegelt. Unter Händeschütteln und Blitzlichtgewitter tauschen der Direktor und Julia die Dokumente aus. Ein ganz feierlicher und bewegender Moment. Zur Feier des Tages wird eine Flasche Sekt (etwas ganz besonderes in Mosambik) geöffnet und wir stoßen gemeinsam auf den Beginn einer neuen Partnerschaft zwischen Maputo und den Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen an. Nach diesem offiziellen Teil kommt auch unser leibliches Wohl nicht zu kurz und gemeinsam verspeisen wir das vorbereitete Essen.

Der Schulbesuch neigt sich so seinem Ende entgegen. Baiane lädt uns aber noch in sein Haus ein, dass nur ein paar Strassen entfernt liegt. Wir gehen zu Fuß durch die Gassen des Viertels. Unübersehbar sind die Zerstörungen und Verwüstungen, die die Explosion des Waffenarsenals hinterlassen hat. Auch Baianes Haus hat großen Schaden genommen. Der neue, zum Einzug fertige Bau wurde von einer fast 2m langen Bombe getroffen, die in den hinteren Teil der Garage eingefallen ist und fast das ganze Dach des Hauses zum Einsturz gebracht hat. Baiane wartet immer noch darauf, dass ein Mitarbeiter des Ministeriums das beschädigte Haus besichtigt, in der Hoffnung, so die versprochene finanzielle Unterstützung doch noch zu erhalten. Bis dahin wird das Dach auch weiterhin notdürftig mit Balken gestützt den Regen und das Wetter abhalten.

Vor Baianes Haus haben sich angesichts so vieler Weißer sehr schnell die Kinder des Viertels versammelt. Sie spielen mit einem kleinen Sicherheitsabstand im Sand und beobachten uns neugierig. Dann folgt Bockspringen und Nicole und Anna trauen sich und spielen mit. Natürlich traut sich erst keiner über ihre Rücken zu springen, aber dann finden sich doch ein paar mutige Kinder, die auch den Sprung über einen weißen Rücken wagen.

Wir schlendern zurück zur Schule. Auf der Suche nach dem Direktor werden wir zum Sportfeld der Schule geführt. Es ist ganz leise und als wir um die Ecke biegen, sind alle Schüler der zweiten Unterrichtsschicht auf dem Sportplatz versammelt und warten auf uns. Der Direktor erzählt ihnen den Grund unseres Besuches und fordert die SchülerInnen auf, das Projekt der Schulpartnerschaft mit ihren Ideen und Anliegen aktiv zu unterstützen.

Dann folgt die Verabschiedung und wir fahren unter vielem Winken wieder los, in Richtung Maputo Stadt, um dort noch die Zeit bis zum Abend zu verbringen.


6. Tag (04.07.07)


Morgens frühstücken wir das erste Mal nicht vor der Türe, sondern in Küche und Aufenthaltsraum, weil es regnet. Wir sind alle ein wenig niedergeschlagen, wegen des Wetters. Nach der kalten Dusche sitzen wir auch schon wieder bei Herrn Langa im Bus, der uns zum Cine Afrika nach Maputo bringt. Dort sehen wir uns eine Probe der Junioren der Companhia Nacional de Canta e Danco an. Die Möglichkeit die Compagnie zu erleben kommt über Rainer, der den Chefchoreograf schon seit 1988 kennt. Sie tanzen eine Mischung aus verschiedenen afrikanischen Tänzen der unterschiedlichen Gebiete Mosambiks und auch Südafrikas, vermischt mit einigen Elementen des klassischen Tanzes. Nach der Probe können wir uns auf Augenhöhe mit den Tänzern austauschen. Alle stellen sich vor und wir fragen sie unter anderem nach den Kostümen und den verwendeten Tanzstilen. Wir möchten gerne noch mehr von ihnen sehen, aber die Junioren trainieren nur bis 12:00, da sie nachmittags meist noch zur Schule gehen. Da wir einen sehr engen Zeitplan haben, beschließen wir eine Abendvorstellung zu besuchen – wahrscheinlich sonntags.
Danach fahren wir zur Escola das Artes visuais, an der Maler, Graphiker und Textilgestalter in 5 Jahren ausgebildet werden, um danach entweder studieren oder sich selbständig machen können. Dort angekommen werden wir von einem Lehrer in der ständig wechselnden Ausstellung von Schülerarbeiten herumgeführt. In diesem Zuge stellt er uns die Schule vor und führt uns anschließend durch die Unterrichtsräume und Werkstätten.
Zum Mittagessen gehen wir zu Fuß in ein Restaurant, das sehr schön in einem Park liegt.
Nach dem Essen trennt sich die Gruppe und eine Hälfte geht ins Nucleo de Arte. Dort haben sich einige Künstler zu einer Kooperative zusammengeschlossen. Sie können in der angrenzenden Galerie ihre Arbeiten ausstellen und „nebenbei“ mit einem Internetcafé, das am Wochenende auch Konzerte bietet, noch etwas Geld dazu verdienen. In den angeschlossenen Werkstätten entstehen ihre Arbeiten. Während einer kleinen Erfrischung stößt der Rest der Gruppe wieder zu uns.
Anschließend gehen wir zum Einkaufszentrum „Maputo Shopping“, das wir auf schnellstem Wege wieder verlassen, da uns die vielen anwesenden Weißen doch sehr suspekt sind. Eindeutig viel zu europäisch für unseren Geschmack.
Danach noch in unser schon fast angestammtes Restaurant „Continental“ zum Abendessen und anschließend im Bus ins IMAP, den armen Herrn Langa in seinen wohlverdienten Feierabend entlassend.
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7. Tag (05.07.07)

 

Nach dem Frühstück holte uns wie immer Herr Langa ab und brachte uns zum Xipanini Markt. In einer Gruppe von 15 Personen hatten wir jedoch Probleme das relativ verwinkelte Territorium zu erkunden. Baiane leitete uns dennoch zielsicher durch die engen, dunklen Gassen. Besonders beeindruckend empfanden wir die Abteilung der Courandeiros, der hiesigen traditionellen Heiler. Hier wurde alles feilgeboten: Affenklauen, gebündelte Geierköpfe, Essenzen für Zauber- und Liebestränke, Schlangenhäute, Haifischgebisse, usw. Der mit diesen Waren einhergehende Geruch war für unsere europäischen Nasen eine gewaltige Herausforderung. Mit einem etwas flauen Gefühl im Magen verließen wir bald darauf den Markt, um in die gegenüberliegenden Capolana-Läden einzufallen. Die Zeit war viel zu knapp, dennoch schafften es einige von uns schon hier diverse Einkäufe zu tätigen. Nach einer kurzen Refresco-Pause von ca. 45 Min., kamen wir das erste Mal in den Genuss die mosambikanischen öffentlichen Verkehrsmittel, auch Chappas genannt, zu benutzen. Herr Langa wurde nämlich bedauerlicherweise am Flughafen aufgehalten, bei dem Versuch die vom Zoll konfiszierten Maschinen und Kabeltrommeln abzuholen. Ziel der Fahrt war das pompöse Haus und das sich gerade im Umbau befindende Atelier der angesagten, mosambikanischen Modedesignerin Rutha Vestedas. Sie empfing uns bei Cola und Keksen in ihrem Wohnzimmer. Hier konnten wir uns Bilder von ihren Werken ansehen und reichlich Fragen stellen. Spontan bot Rutha Vestedas uns eine interkulturelle Kooperation bei der Vorbereitung der mosambikanischen Fashion Week an. Ganz begeistert zeigte sie sich von Christina und ihren Kenntnissen der Raumgestaltung, die sie hervorragend zur Ausstattung ihres neuen Ateliers einsetzen und sie vom Fleck weg engagieren wollte.
Nach erfolgreicher Mission stieß auch Herr Langa wieder zu unserer Gruppe und brachte uns zum Jardim Tunduru, wo wir in einem kleinen Restaurant zu Abend aßen. Leider bemerkten wir zu spät, dass die Tanzaufführung, welche wir im Franco-Mosambikanischen-Kulturzentrum besuchen wollten, bereits vorbei war. Nun gut! Der nächste Programmpunkt war ein Live-Konzert in der Bar Africa. Dieses wiederum sollte erst zwei Stunden später beginnen und da Herr Langa am nächsten Morgen schon wieder um 4.30 Uhr aufstehen musste, machten wir uns ein wenig enttäuscht auf den Weg zurück nach Matola. Dort ließen wir den Abend dann eher ruhig ausklingen.


8. Tag (06.07.07)

Der Freitagmorgen begann ungewohnterweise mit herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel. Wir trafen uns nach dem Frühstück zu einem Gespräch in der Gruppe, um noch einmal die vergangenen Tage zu reflektieren und über die nächste Zeit zu sprechen. Dann machte sich ein Teil der Gruppe (Marie, Anna und Christina blieben in Matola) auf den Weg und es folgte ein echtes Highlight: das Chissano-Museum. Die Werke des 1994 verstorbenen Künstlers waren beeindruckend und ergreifend. Annelie war von einer der Skulpturen eines Schülers von Chissano so begeistert, dass sie sie auf der Stelle kaufte.
Danach ging es in die Stadt, wo Herr Langa uns vor dem Bahnhof absetzte. Von hier aus schlenderten wir gemütlich zum Ableger der Fähre nach Catembe. Nach einigen Irrungen und Wirrungen brachte uns tatsächlich eines der Bote auf die gegenüberliegende Halbinsel. Dort verbrachten wir zwei schöne Stunden bis wir wieder zum Festland übersetzten. Unser nächster Termin war nämlich schon ca. 1 ½ Stunden später, also hatten wir gerade noch genug Zeit die Capolana-Läden nahe dem Mercado Central leer zu kaufen, bis wir uns erneut im Cafe Continental trafen und von dort aus die Heimreise antraten. Dieser Abend endete für uns früher als gewohnt, da wir uns am nächsten Morgen schon vor Sonnenaufgang auf den Weg zum Limpoponationalpark machen wollten. (Heike, Julia)
Auf dem Markt von Catembe sind wir Molungos (?) natürlich sofort im Blickfeld aller. Ein Junge, mit dem ich ein paar Worte wechselte, macht aus gewisser Distanz ein Foto von uns, die gerade wartend herumstehen. Als ich mich umdrehe, zückt er das Handy schnell weg. Nachdem ich ihm aus der Ferne zu verstehen gebe, dass es total in Ordnung ist, wenn er uns knipst, winkt er mich heran und macht noch mal ein Foto auf Augenhöhe. Wir verabschieden uns freudig voneinander. (Annelie)

9. Tag (07.07.07)

SDer Start in den Tag, packen und reisefertig sein klappen reibungslos. Schnell noch die letzten Wasserflaschen durchgepumpt und los geht’s nach Messingir zum Limpoponationalpark um ganz viel Natur zu erleben. Schon morgens ein strahlend blauer Himmmel, es wird ein warmer Tag. Wir rasen vorbei an beeindruckenden Termitenhügeln und der weiße Ministeriumsbus zieht alle Blicke auf sich. Unterwegs füllen wir unsere Brote, Tangarina, Banana und Cajou-Vorräte auf. Gegen Mittag erreichen wir die abgelegene Covane Community Lodge am ElephantoRiver. HO YO HO YO!! Das Gelände der Community liegt am Hang und lässt einen atemberaubenden Blick über den ElephantoRiver zu. Große Tiere erblicken wir allerdings noch keine. Die sind schließlich auch nicht doof, so wird uns gesagt, und zeigen sich erst in der Dämmerung oder früh morgens zum Trinken am Fluss oder an einer Wasserstelle. Nach einem ruhigen Nachmittag genießen wir einen

wunderschönen typisch mosambikanischen Sonnenuntergang, der einige Kameraakkus überdauerte. Zum gelungenen Abschluss des Abends gehörte ein leckeres mosambikanisches Essen, das aus Maisgries (pampe?) gegrilltem Fisch, Salat und Gemüse in Erdnusssoße bestand. Eine echte Wohltat!! Für die Vegetarier das erste köstliche warme Essen seit einer Woche. Schließlich klingt der Abend mit interessanten Geschichten über die Community und deren Namensgebung und auch einigen Liedern am Lagerfeuer aus. Es gibt einen Stromgenerator der von 19 – 22 Uhr die Lodge mit Strom versorgt, danach offenbart sich uns ein funkelnder Sternenhimmel mit Sternschnuppen, der ausgiebig bestaunt wird, denn im lichtverschmutzten Hamburg gibt’s den einfach nicht. Stirnlampen machen sich bezahlt und zur Nachtruhe geht’s in Zelte, traditionelle oder „moderne“ Häuser.


10.Tag (08.07.07)

Sonnenaufgang über dem Limpopopark. Schlaftrunkenes schnelles Zusammenpacken, um gegen sechs in der Frühe Tiere an der Flusstränke zu beobachten. Fröstelnd geht’s los mit dem Bus Richtung Park. Kleine knorrige Bäume und dornige Büsche bestimmen die Landschaft. Sonnenverbrannt trotzen sie der Hitze. Es ist eine harte, braungegerbte Landschaft, undurchdringliches Buschwerk verwehrt die Sicht.
Wir rütteln und schütteln im Bus über die Parkwege. Der Bus übersteht tapfer tiefe Schlaglöcher und steinige Pisten. Jeder starrt angestrengt aus dem Fenster, hält Ausschau nach einem der big five. Immerhin können wir einige Tiere bejubeln. Die Liste umfasst einige Antilopen, ein Gnu, fliehende Büffel und ein paar ungewöhnliche Vögel. Das Highlight ist aber eine Giraffe, die unbeeindruckt von kreischenden Deutschen hinter den Bäumen verschwindet.
Wir erreichen wild hin und her bewegt die südafrikanische Grenze, stellen fest, dass niemand einen Pass dabei hat, und kehren somit einfach um.

Nun geht es in halsbrecherischem Tempo den gleichen Weg zurück. Der Ministeriumsbus stellt sich als geländetaugliches" racing buschmobil" heraus. Wir stehen mal wieder unter Zeitdruck, doch Senhor Langah macht den Herren Schuhmacher Konkurrenz, denn wir haben Karten für eine Vorstellung der Compania Nacional de Canto e Danco.
Wir rasen also zurück nach Maputo. Verschwitzt und klebrig fahren wir gegen die Zeit an. Doch eine halbe Stunde genügt, um aus übermüdeten Schmuddelkindern schicke Theaterbesucher zu zaubern.

Wir erwarten im alten Kinosaal des Cine Africa gespannt die Aufführung des Tanztheaters - und werden nicht enttäuscht. Kraftvoll und ausdrucksstark erzählen die Tänzer die Geschichte der Kolonialisierung Mosambiks. Es sind Tänze voller Lebendigkeit, unglaublicher Energie und komödiantischen Einlagen.
Abschließend treffen wir uns mit Anastasio und Kasimiro im Restaurant auf ein Getränk. Die Brüder sind ehemalige Tänzer der Compania und daher geeignete Gesprächspartner, um alles zum Thema mosambikanischen Tanz zu erfahren.
Ein entspanntes Ende für einen bewegten Tag.

 

Arbeitsgruppenbericht Tischler und Tischlerinnen .

Montag 09.07.2007

Nach der Geschenkübergabe machten wir Tischler und Tischlerinnen uns mit vorerst 12 Schüler/innen der Escola Secundaria de Moamba in Richtung Werkstatt auf. Sofort stolperten wir über den riesigen Haufen der aussortierten und kaputten Schulmöbel. Also ging es erst einmal ans grobe vorsortieren. Wir konnten einige reparierungswürdige Schulbänke ausmachen und entdeckten überdies einen großen Teil an Massivholzresten. Als nächstes wurde das vorhandene Handwerkszeug inspiziert, die Dank der letzten Reisegruppe bereits vorhanden und immer noch in einem guten Zustand waren. Nun hatten wir einen groben Überblick über unsere Arbeitssituation, aber um uns herum herrschte das Chaos. Wir mussten schnellstens Strukturen schaffen. Mit Namensschildern war der erste Schritt getan. Dann setzten wir uns im Kreis zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Gemeinsam überlegten wir, welche Arbeiten für die Schule Priorität haben könnten und es fanden sich schnell drei Projektgruppen:
• Werkzeuge schärfen mit Nicole,
• Schulbänke reparieren mit Nina und
• Bauen eines Werkzeugschrankes mit Julia.
Annelie (gesungen: Äneley) besuchte unterdessen mit Rainer die nahe gelegene Berufsschule des Handwerks (Escola Professional), um dort schon einmal das Hobel-Projekt für die zweite Woche mit den Tischlerauszubildenden zu planen.



Der Schulleiter Senhor Adolpho war sehr daran interessiert, etwas über Unterrichtsgestaltung und Methoden in Deutschland zu erfahren, also erzählten wir über den dualen Ausbildungsweg und wie Unterricht bei uns gestaltet wird anhand des Hobels. Er war sehr angetan von unserem Verständnis, dass es ungeheuer wichtig ist, die Auszubildenden aktiv in die Gestaltung und Planung des Unterrichts und speziell auch der Werkstücke einzubinden, um die Kreativität zu nutzen und zu fördern. Auch sind die Gegebenheiten, unter denen Tischler/innen in Deutschland arbeiten, andere, weshalb natürlich wiederum auch andere Bedingungen an die Lehrlinge gestellt werden. Während in Mosambik eher ein/zwei Typen von Fenstern und Türen etc gebaut werden, ist der Markt in Deutschland einfach ungeheuer vielfältig und dementsprechend sieht die Arbeit in den Tischlereien und den Ausbildungsstätten aus.
Der gemeinsame Hobelbau böte außerdem für die mosambikanischen Auszubildenden die Möglichkeit, eigenes Werkzeug zu bauen und individuell zu gestalten und somit einen direkten Bezug dazu zu bekommen und diesem eine besondere Wertschätzung entgegenzubringen. Betont wurde außerdem wie sinnvoll und wichtig es sein kann, dass die Escola Secundaria und die Escola Professional sich gegenseitig zu unterstützen und zusammenarbeiten. Soweit so gut, wir blicken dem Tischler/innenaustausch motiviert entgegen, zumal wir am Vormittag bereits die Ausbildungsräume und Maschinen besichtigt hatten.
Am Montag kann es also losgehen! (auf dem Weg zur Schule nehmen wir noch ein paar Lehrer der Escola ein Stück mit, denen ich von unserem Projekt erzähle und gleich auch mal den Hobel präsentiere. Erstaunte Blicke ernte ich für die Tatsache, dass ich Tischlerin bin. Freudig verabschieden wir uns dann auch schon wieder voneinander)
Bei uns flogen die Späne und alle hatten was zu tun. Leider herrschte immer noch auf Grund des Zuwachses der einzelnen Gruppen ein kleines Durcheinander. Nach dreistündiger Zusammenarbeit waren die Stecheisen geschärft, schon drei Schulbänke repariert und der Werkzeugschrank in Arbeit. Nach diesem Sprung ins kalte Wasser konnten wir Tischler/innen nun unter uns einen sinnvollen Schlachtplan für den kommenden Tag schmieden.



Donnerstag

Morgens erwartet uns bereits ein ungeduldiger fester Trupp. Sobald die Werkstatttür geöffnet ist, geht’s auch schon los. Wir stürzten uns auf die restlichen zwei Schulbänke, da brachten Schüler/innen ordentlich kaputtes Mobiliar aus ihren eigenen Klassen. Im Verlauf des Vormittags wussten viele, recht sicher mit dem Werkzeug und den Arbeitsschritten umzugehen, so dass selbstständig gearbeitet wurde. Wir verwöhnte Hamburger Tischlerinnen und auch die Jugendlichen vor Ort kamen ganz schön ins Schwitzen. Denn drei stumpfe Fuchsschwänze, keine Einspannmöglichkeiten, das harte Holz und weite Sägestrecken forderten unsere Muskelkraft. Die schöne Sonne trug ihr übriges dazu bei. Trotzalledem hatten wir unsere Freude und jede/r wusste das (schweißgetränkte) fertige Stück zu schätzen. Immer wieder zwischendurch wurde eifrig Fachvokabular übersetzt. Jede/r von uns trägt mittlerweile eine kleine Vokabelliste mit sich herum.
Mit der Nachmittagsgruppe ging es zunächst wie gewohnt mit den Reparaturarbeiten weiter. Parallel dazu arbeitete Julia mit einer handvoll Schülern am abschließbaren Werkzeugschrank weiter. Aus drei kaputten Schränken zaubern sie einen neuen. Als es daran ging die 35mm starken (eigentlich nur 25) Einlegeböden zuzuschneiden, hielt sie es für unumgänglich bzw. effektiver zur Stichsäge zu greifen. Eigentlich wollten wir sie nicht auspacken und benutzen, da uns die Zeit fehlt die Schüler/innen in diese Maschine einzuweisen. Um schneller voranzukommen haben wir Tischlerinnen den Nachmittag manche Teile mit der Stichsäge zugeschnitten, waren dabei im ständigen innerlichen Konflikt, die Schüler/innen von der Maschinenarbeit ausschließen zu müssen. Um die fertigen Stücke nicht so chaotisch rumstehen zu lassen haben wir sie zusammen geordnet aufgestellt. Am Ende konnten wir damit 1/3 Klassenzimmer (für hiesige Verhältnisse) füllen. Es war ein schöner Tageabschluss, sich an die reparierten Bänke zu setzen und Unterricht nachzuahmen. Unterrichtet wurde Deutsch und Portugiesisch und ein wenig Tanz und Gesang. Dies lockte natürlich sofort weitere Jungen und Mädchen an. Auf Grund der immer noch vorhandenen Energiegeladenheit der Schüler/innen und unserer Müdigkeit blieb uns irgendwann nichts anderes übrig als die Schüler/innen mit einer Polonäse (von der Werkstatt weg) in den Feierabend zu führen.

Der Schubkastenbau. Aus Zeitkanppheit bereiteten wir nach Feierabend in der Dunkelheit noch eben schnell einen Prototypen einer Werkzeugkiste vor. Nach zügigen zwei Stunden stand der zusammen genagelte Kasten dann auch fertig vor uns. Was kann man erwarten mit einem halben Vierer-Bohrer, der in einer Bohrwinde per Handarbeit angetrieben wird, viel zu großen Nägeln für viel zu dünne Seiten und vier lustig gestimmten Tischler/innen in Moamba?!
Das einzig zügige an unsere Gute Nacht Geschichte war die heilige Stichsäge.


Freitag

Der letzte Tag und wir haben noch so viel auf dem zettel, was wir schaffen wollen! Schön dass wir wieder mit freudigen Gesichtern erwartet werden. Und wieder eine neue Ladung Schulbänke für die Werkelnden. Es tat gut zu sehen, dass alles wie am Schnürchen funkitionierte und jede/r selbständig wusste, was zu tun war. In einer Windeseile waren ein dutzend Bänke von den Schülern repariert. Der Werkzeugschrank ist in Arbeit.(Ergänzung von Julia folgt noch).
Erstaunlicherweise konnten in der Mittagspause hier auf dem Markt in Moamba alle fehlenden Dinge besorgt werden: kleine Nägel, Bänder für die Werkzeugschranktüren und ein Vorhängeschloss, einen neuen Vierer-Holzbohrer. Not macht erfinderrisch. Wir wissen jetzt, dass ein Steilbohrer niemals ins Holz bohrt, dass Nägel das Holz fast immer zerschmettern und dass kleine Holzstifte den Nagelkopf am Durchrutschen hindern. Nach dem Mittag stellten wir den Mitwirkenden unsere Idee der Werkzeugbehältnisse vor. Ohne viele Worte wurden die Kästen gefertigt. Wegen der Effektivität haben wir uns wieder für die Stichsäge entschieden. Trotzdem wurde auch weiterhin fleißig mit den Fuchsschwänzen gesägt. Mittlerweile waren auch jüngeren gut in die Arbeit eingebunden und das Werkzeug wurde gerecht geteilt. Am Ende des Tages waren mehr als 50 Möbel repariert, der Schrank fertig, verschließbar und mit den fünf Werkzeugkisten bestückt, die Werkstatt und das Außengelände aufgeräumt sowie alles an Holzresten sortiert. Wir vereinbarten mit den Schülern einen Termin in der nächsten Woche, an dem alle Beteiligten noch mal zusammen kommen, sich ihr Lob abholen und die wichtigen Abschiedsworte unsereseits.


Montag

Am Wochenende erledigten wir einige dringende Einkäufe in Maputo für die Escola Secondary Moamba . Wir benötigten zwei Sicherheitsschlösser für die Werkstatteingangstür, eine Leuchtröhre, sowie Nägel, Säge, Winkel und Bohrer.
Der Montag an sich war allerdings nicht so erfolgreich. Da einige aus unserer Gruppe seit dem Wochenende Fieber und Magenprobleme hatten, stand erst Mal ein Besuch im Krankenhaus Moamba an, um eine Malariaerkrankung auszuschließen. Der Test ist für alle umsonst, mit einem kleinen Stich und einer Stunde Wartezeit, hatten wir es schon hinter uns gebracht. Da dieser unkomplizierte Vorgang, wie auch alles andere hier in Macambique viel länger dauert, als erwartet, hatte die Stunde schon Mittag geschlagen. So verschoben wir unseren Arbeitsbeginn mit den Tischlerberufsschülern auf den Dienstag. Am Montagnachmittag gab es nun noch die Gelegenheit, mit dem Patre der Berufschule unseren Projektverlauf zu besprechen.
(Hobelprojektvorstellung)


Dienstag

Die Berufschule Escola Proffessional da Moamba ist nur zwanzig Minuten von der Escola Secondary da Moamba. Um halb acht machten wir vier Tischler/innen uns zusammen mit Eucledyche, einem talentierten Schüler der Secondar Schule, auf den Weg zur Arbeit. Zuerst sollte unsere Gruppe laut dem Werkstattmeister nur aus drei Mocambikanern bestehen. Jedoch wurde unsere Gruppe glücklicherweise auf sieben aufgestockt. Mitgebracht haben wir Material für zwölf Hobel. Elementar für unser Projekt ist, dass die Schüler ihr eigenes Werkzeug bauen, behalten und somit nach der Ausbildung damit weiterarbeiten können. Am Ende dieses Tages hatten wir ein mehr oder weniger erfolgreiches Interview mit Rüdiger und Uta, bei dem wir unseren Tag noch einmal reflektierten. Wir starteten diesen mit einer deutsch-portugisisch-englischen Besprechung mit den Auszubildenen. Kurz nach dem wir mit der aufregenden Arbeit an den uns unvertrauten und ungesicherten Maschinen begonnen hatten, trat uns ein missmutiger Azubi gegenüber und forderte uns auf, nur Englisch zu reden, da er die unverstandenen Worte auf Deutsch als Lästereien über die Auszubildenen deutete. Nach dem unangenehmen Missverständnis erklärten wir ihm unsere Position. Wir wünschen uns einen Austausch über das gemeinsame Handwerk, indem wir selber noch zu lernen haben und hoffen gemeinsam dieses Hobelprojekt gleichwertig mit den Schülern zu bewerkstelligen. Alle waren derselben Meinung.


.Mittwoch
Nachdem wir uns am Vorabend gemeinsam einen Plan für den nächsten Tag gemacht haben, legten wir zunächst mit einer Werkzeugvorstellungsrunde los, um dem Chaos von gestern wirksam entgegenzusteuern. Dies erwies sich als nicht ganz so einfach, da es teils an Vokabeln fehlte und auch die Aufmerksamkeit der Schüler_innen nicht nur uns gehörte da auch parallel wieder Namensschilder gebastelt wurden. Anhand einer kaputten Schulbank versuchten wir die einzelnen Arbeitsschritte den Schülern praktisch zu zeigen. Auf der einen Seite war das durchaus sehr sinnvoll, andererseits wurde das Reparaturobjekt von einem derartig großen Pulk umzingelt, und zwar so eng, dass sich die SchülerInnen gegenseitig die Sicht nahmen. Außerdem fiel auf, dass es einige Schüler gab, die die nötigen Arbeitsschritte (bohren, senken, nageln, hobeln..) an sich rissen, sodass andere gar nicht zum Zuge kamen, und sich vielleicht auch aus Schüchternheit nicht trauten. Wir mussten deutlich machen, dass hier alle beteiligt sind und etwas lernen möchten. Also versuchten wir ein Auge darauf zu halten. Danach teilten wir die Arbeit auf und es ging zügig voran, am Ende waren 6 Bänke repariert. Problematisch war, dass relativ schnell der erste Bohrer brach,, auf diesen folgten weitere 3 Bohrer, so dass wir dann direkt anfangen mussten zu improvisieren.

Zwischendurch: Besuch beim Distriktleiter......

Ninas Erlebnisse währenddessen
Nicole und Nina machten mit einigen SchülerInnen die Hobelbank wieder fit, nebenbei ergaben sich viele nette persönliche Gespräche, was zur Auflockerung der anfänglichen Distanz beitrug. Eine andere Gruppe wagte sich mit Annelie an einen Stuhl, und testete den hiesigen Leim an. Der geplante Werkzeugschrank nahm auch langsam Form an, Julia und mehrere SchülerInnen gaben hierbei ihr Bestes.
Das Highlight des Tages war aber eindeutig das mitgebrachte Kubb-Spiel. Die SchülerInnnen waren total aufgeweckt und neugierig, Nina erklärte auf Englisch und mit Händen & Füßen die Spielregel im Verlaufe des Spiels. Mit der Zeit versammelten sich nun auch immer mehr Schaulustige und fieberten eifrig mit den 2 Teams mit. Die Teams selber waren voll dabei und diskutieren in neuen Spielsituationen lauthals durcheinander was zu tun sei. Wir erklärten dabei beratschlagend die Regeln, so dass die SchülerInnen letztendlich Kubbspielen lernten.
Währenddessen ergaben sich am Rande wiederum persönliche Gespräche, wir lachten, sangen und tanzten fröhlich miteinander, bis zur Abenddämmerung mit der Verabredung zum Kubbspielen am morgigen Tag.
Julia und Annelie beendeten den Arbeitstag mit Montagearbeiten und machten 2 Türen wieder gangbar.

Am Ende des Tages ergaben sich in einer Gesprächsrunde viele Ideen für die restliche Woche.


Mittwoch: escola professional

Als wir die Werkstatt betraten, wurde uns erzählt, dass heute noch Prüfungen geschrieben werden und deshalb einige später nachkommen würden. Also fingen wir in einer kleinen Gruppe an, unseren Tagesablauf zu besprechen. Zunächst standen die Bohrungen für das Hobeleisen und dessen Befestigung auf unserem Zettel. Dafür führten uns die Azubis an die Langlochbohrmaschine. Über diese Maschine freuten wir uns sehr, da wir am wenigsten mit ihr gerechnet hatten. Ihr Manko war, dass sie nicht in Längsrichtung arretierbar war. Doch die Schüler kennen natürlich ihre Maschine und wussten sie auch gut zu händeln. Die benötigten Bohrer hatten wir aus Hamburg mitgebracht. So waren die Bohrungen schnell erledigt.
Schnell wurden die Rampamuffen eingedreht so dass wir uns ans Verleimen machen konnten. Der Leim machte einen sehr dünnen Eindruck auf uns. Wir sind also gespannt, ob er hält was er verspricht. (Insgeheim würden wir gerne in einem Jahr wieder kommen um zu schauen, was aus den Leuten und den Hobeln (wegen Feuchtigkeit und Leim) geworden ist)
So verleimten wir mit Freude die ersten zwei Hobel mit Zwingen, bei denen die Druckplatte am Schraubgelenk (Julia??) fehlte.
Da dies auch schon fast alle Zwingen der Werkstatt in Anspruch nahm, nutzten wir die Zeit, um das Kubb-Spiel vorzustellen und wollten uns daran machen unsere Bohle aufzuschneiden. Doch zunächst die herrliche Geschichte, warum wir dann doch nicht mit dem Bau des Spieles anfangen konnten. Es gab Kunden, die sich Holzblöcke auftrennen lassen wollten, gegen die die Kreissäge geradezu mickrig aussah. Nachdem sich die Säge (bzw. das Blatt) eine viertel Stunde durch das harte Umbila gekämpft hatte, gab sie dann den Geist auf.
Auch nach der Mittagspause konnte die Säge immer noch nicht wieder zum Laufen gebracht werden. Also verleimten wir weitere zwei Hobel und begaben uns in den Feierabend. Wir blieben noch einige Zeit zusammen und zeigten Fotos und erzählten viel aus unseren Lebenssituationen. Zum Abschluss spielten wir eine runde Kubb und verabschiedeten uns mit einem fetten Lächeln „see you tomorrow“ voneinander.

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gruppenbericht Gewandmeister

Wochenberichte Escola Secundária de Moamba


Montag, 9. Juli 2007

Morgens schnell raus, auf dem Markt die letzten Besorgungen machen und noch ein letztes Mal in´s Internetcafé. Nach einem kleinen Snack in der Pastelaria zurück zum IMAP, um Taschen zu packen. Nach einem super leckeren selbst gemachten Salat steigen wir noch mal zu Herrn Langa in den Bus und fahren in die Escola Secundária de Moamba.
Dort werden wir kurz herumgeführt und beziehen dann ganz schnell unsere Zimmer. 12 Personen im großen Zimmer und 2 + 1 im Bungalow bei der Küche und dem Gemeinschaftsraum. Bei der Besichtigung der Toiletten und Duschen sinkt unsere Laune aber rapide. Es gibt nur fließendes Wasser von 5-6 Uhr morgens und 17-18 Uhr abends - allerdings nicht in den Duschen und Toiletten, sondern nur aus einzelnen Wasserhähnen außerhalb der Baderäume. Nach der Bitte um nochmalige Säuberung gehen wir ziemlich schnell ins Bett.

Dienstag, 10. Juli 2007

Morgens ist alles schon besser. Die Putzfrauen haben unser Bad ganz früh am Morgen richtig geschrubbt und jetzt fühlt es sich schon viel, viel sauberer an. Ich stehe auch gleich nach Rainer auf und dusche mich das erste Mal in meinem Leben mit 3 Wasserflaschen – und es funktioniert! Frisch gestärkt gehen wir zum offiziellen Empfang, lassen uns die Schule zeigen und übergeben dann in aller Feierlichkeit und mit großer Zeremonie unserer Mitbringsel und Arbeitsmaterialien. Danach fahren wir das erste Mal toll auf der Ladefläche des Schul-pick-ups zur benachbarten Berufsschule Dom Bosco. Dort werden Tischler, Elektriker, Schlosser und „Bauern“ ausgebildet. Die Werkstätten sind hervorragend ausgestattet und die Schule scheint vom Padre sehr gut geführt zu sein. Zurückgekehrt gibt´s richtig leckeres Mittagessen von Donna Lidia. Richtig gut afrikanisch.
Danach treffen wir uns zum Zuteilen der Gruppen. Jetzt sehen wir das erste Mal unsere Nachmittagsgruppe. Und nach einer kurzen Besprechung,was die Mädels und Jungs gerne machen möchten, beziehen wir unsere Schneiderei und versuchen alles so gut wie möglich einzurichten. Dann haben wir versucht zu klären, ob die Puppen von Marina so gut ankommen und erweitern dann für diejenigen, die gerne etwas anderes machen möchten das Programm noch um Taschen. Ich bin ehrlich gesagt etwas planlos und das rächt sich dann auch. Ich habe gedacht, dass die Gruppe weiterhin mit Handarbeit beschäftigt sein wird, während ich versuche, die erste Maschine zum Laufen zu bringen. Es dauert aber nicht lange und ich bin umringt von der ganzen Gruppe, die dann auch gleich versucht, an den noch nicht fit gemachten Maschinen zu nähen. Eigentlich hatten wir ihnen schon vorher erklärt, dass wir diese Woche die Maschinen erst mal herrichten wollen, bevor wir anfangen daran zu nähen, aber anscheinend sind die Schüler viel zu enthusiastisch, um sich zurückzuhalten. Es ist alles ganz schön chaotisch. Die Anzahl der Schüler schwankt so zwischen 10 und 30! Die Maschinen funktionieren alle leider nicht wirklich - sind wohl auch so schnell nicht zum Laufen zu bringen. Heike versucht da ihr bestes und Marie ist die Schneiderchefin. Ich versuche den beiden so gut wie möglich zur Hand zu gehen und hier und da zu übersetzen. Marina ist mit den Tischlern zusammen in die Berufsschule, um uns 2 Keilriemen zu besorgen. Am Ende bin ich ziemlich deprimiert, weil ich nicht gedacht hätte, dass es so schwierig sein wird die Maschinen fit zu machen. Nach der Gruppenbesprechung bin ich ganz schnell im Bett.


Mittwoch, 11. Juli 2007

Heute ist unser erster vollständiger Tag hier mit den Schülern. Morgens lernen wir die neue Gruppe kennen. Alle sind super gespannt und toll motiviert. Wir erklären auch ihnen ein paar Grundsätze und teilen dann die Gruppe für die Puppen und die Taschen ein. Alles läuft super geordnet und echt toll ab. Die Vormittagsgruppe ist echt super. Schnell stellt sich heraus, dass ein kleiner, stiller Junge aus der Gruppe ganz von alleine richtig weit kommt. Zelito kapiert sofort, wenn man ihm etwas erklärt und kommt richtig schnell voran. Zwischendrin sind gelegentlich wieder bis zu 30 Personen im Raum, es wird gleich wieder ein wenig chaotisch und ich gerate kurzfristig wieder in Panik, aber das legt sich gleich wieder. Nach dem Mittagessen und einer Besprechung mache ich mich mit Anna und dem stellvertretenden Direktor der Schule, Professor Joker, zusammen auf in die Stadt zum Einkaufen. Erst geben wir einige Briefe persönlich ab, da es keine funktionierende Post gibt. Dann laden wir die mitgebrachten Kanister und eine handvoll Jungs aus, um die Kanister mit Wasser zu füllen um sie dann auf dem Rückweg wieder abzuholen. Dann machen wir uns auf die Suche nach Öl für die Nähmaschinen. Leider ist das nicht so einfach wie gedacht. Nach langem Suchen entscheiden wir uns letztendlich, ein Gemisch aus Motorenöl und Terpentin zu benutzen. Es funktioniert – jedenfalls im Moment noch – sehr gut. Hoffentlich auch für die Zukunft! Leider haben wir auf unserer Einkaufstour weder Karton für die Maler, noch Schraubendreher oder Stoff für uns besorgen können. Als ich zurückkomme, machen die meisten gerade Schluss. Ich bleibe mit Marina noch länger und da taucht Zelito wieder auf, um noch an seiner Tasche weiterzuarbeiten. Dann stößt auch noch ein Junge aus der Malergruppe dazu, der nebenbei gerne eine Hose zum Capoeira tanzen nähen möchte. Wir helfen den beiden so lange weiter, bis wir zur Gruppenbesprechung gerufen werden. Noch ein großes Lob an die gute Heike. Dank ihres Durchhaltevermögens laufen jetzt fast alle Maschinen einwandfrei.


Donnerstag, 12. Juli 2007

Die Morgengruppe ist wie meistens recht ruhig und ziemlich geordnet. Es macht wirklich sehr viel Spaß mit ihnen zu arbeiten. Zelito bleibt weiter an seiner Tasche und die anderen machen fast alle Puppen. Mit Crispim fange ich den Schnitt für ein Hemd an. Es fühlt sich gut an, endlich voranzuschreiten und zu sehen, dass die Maschinen mit großer Begeisterung angenommen werden. Die Kids haben total Lust Neues kennen zu lernen und das Gelernte auch anzuwenden. Der Hemdenschnitt, den wir gestern angefangen haben, schreitet auch weiter voran. Fehlt nur noch der Ärmel und wir können zuschneiden.
Nach dem Mittagessen geht es weiter mit Puppen und Taschen, sowie mit dem Hemd. Ein wenig chaotischer als in der Vormittagsgruppe, aber trotzdem gut. Es geht richtig schnell voran. Sie kapieren schnell und verstehen die Zusammenhänge. Nach dem Hemdenschnitt mache ich noch mit dem anderen Jungen zusammen den Schnitt für die Capoeirahose.
Nach dem Abendessen und dem Gruppengespräch gehe ich noch mit Rainer zu einer Besprechung mit der Direktorin und dem stellvertretenden Direktor, Christina und Joker bezüglich unserer Erwartungen und Hoffnungen. Läuft ganz gut.
Danach noch ein bisschen Aufräumen und Vorbereiten in der Werkstatt.


Freitag, 13. Juli 2007

Wegen einem abgebrochenen Toilettenschlüssel gerät morgens unser Zeitplan recht in Verzug und es lohnt sich für mich erst um 8:30 aufzustehen. Allerdings sind wir um 9:00 – als wir gerade zum Frühstücken gehen – schon in der Pflicht in der Werkstatt. Wir werden also richtig gefordert. Die Schüler fragen uns, wo wir bleiben und geben uns zu verstehen, dass sie schon auf uns warten. Also schmier ich mir ein schnelles Brot und mach mich dann gleich auf in die Werkstatt. Es fängt ziemlich ruhig an. Ich mache mich an den Ärmelschnitt und sogleich kommt Crispim und möchte loslegen. Ich mache im Eiltempo den Schnitt fertig und schicke ihn zum Aussuchen des Stoffes, woraufhin er wohl etwas gelangweilt erstmal zur Malergruppe abwandert. Also mache ich mit den anderen weiter. Zelito avanciert zum „Meisterschneider“ und ändert alsbald auch schon mal die Hosen für andere. Er ist kaum aus der Werkstatt zu bekommen. Er ist morgens als erster da und geht abends als letzter. Richtig beeindruckend. Marie fängt mit einem Mädchen den ersten Rock an. Kurz darauf verschwinden die meisten, um die letzten Tests zu schreiben. Tauchen kurz darauf allerdings fast vollzählig wieder auf, um weiterzuarbeiten.

In der Nachmittagsgruppe entsteht das erste Mal ein richtiges Gemeinschaftsgefühl. Die Hemmungen beider Seiten werden mehr und mehr abgebaut. Sie arbeiten gut immer so vor sich hin. Und uns wird fast ein wenig langweilig. Die eine oder andere Frage ist noch zu beantworten und ab und zu ist auch noch ein wenig Hilfestellung notwendig, aber im Großen und Ganzen läuft das Projekt sich schon fast zum Selbstläufer aus! Wir haben also endlich die Möglichkeit, mit den Schülern ins Gespräch zu kommen. Sie löchern uns mit Fragen, ob wir zum Beispiel verheiratet sind und Kinder haben. Als wir das verneinen, mögen sie es gar nicht glauben. Dann möchten sie uns unbedingt die Haare flechten und wir machen den Termin für Abends aus.

 

 


Montag, 16. Juli 2007

Am Wochenende bin ich krank und mache deshalb Anfang der neuen Woche erstmal etwas langsam. Da die Krankheitssymptome bei Nicole, Annelie und mir auch Malariasymptome sein könnten, gehen wir erstmal morgens zum Testen ins Krankenhaus. Glücklicherweise ist der Test negativ! Danach mach ich mich noch mal lang im Bett.
Nachmittags fahre ich mit Rainer und den Tischlerinnen zu Padre Adolfo, um als „Schriftführer“ das Gespräch zur Partnerschaft der beiden mosambikanischen sowie unserer Schule zu begleiten. Nach zwei Stunden kommen wir völlig erschöpft wieder in unserer Schule an.

Dienstag, 17. Juli 2007

Wegen Krankheit fallen Michael und Marina heute eher aus......
Wir ziehen mit der gesamten Werkstatt in die Bibliothek, da die Schneiderwerkstatt von den Malern gestrichen wird. Dort ist die Stimmung von Anfang an sehr entspannt und gut, weil der Raum groß und Licht durchflutet ist. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, laufen die einzelnen Projekte wie gehabt auf Hochtouren weiter. Bereits nach kurzer Zeit haben wir den gesamten Raum in Beschlag genommen. Vormittags werden Schürzen fertig gestellt und Hosen geändert.
Nachmittags wird weiter an den Röcken, den Hosen und dem Hemd gearbeitet. Leider wird die schöne Stimmung kurz vor Schluss von der Internatsleiterin Maria getrübt. Anstatt die tollen Fortschritte der Schüler zu sehen, überhäuft sie diese mit unberechtigter Kritik. Schade!

Mittwoch, 18. Juli 2007

Wegen der Ferien, die diese Woche begonnen haben, vermischen sich die Morgen- und Nachmittagsgruppe zunehmend. Nach und nach werden immer mehr individuelle Projekte (Hose, Rock oder Schürze) angefertigt. Die Schüler arbeiten immer eigenständiger und wenn Fragen offen sind, scheuen sie sich nicht mehr uns zu befragen.
Heute gab es hohen Besuch: die Schulleiterin Christina, der Elternvertreter und einige Lehrer besuchen uns in der ausgelagerten Werkstatt. Die Schüler präsentierten stolz ihre Arbeiten. Schon bevor die Delegation ankam, gesellte sich der Leiter des Sekretariats zu uns. Wie sich herausstellte, hat er vor vielen Jahren in der nahe gelegenen Berufsschule eine Schneiderausbildung absolviert. Natürlich ist das hervorragend für den Fortlauf unseres Projektes. Wir wünschen ihn uns als Verantwortlichen für die Werkstatt und vor allem für die Maschinen.

Donnerstag, 19. Juli 2007

Tagsüber läuft in den Gruppen alles wie gewohnt. Wir versuchen die verschiedenen Projekte zu Ende zu führen, da heute wegen des morgigen Umzuges unser letzter vollständiger Werkstatttag ist.
Gegen 18:00 Uhr versammeln wir uns mit allen Schülern, die am Schneiderprojekt teilgenommen haben an einem großen Tisch in der umfunktionierten Bibliothek. Erst besprechen wir nochmals einige Sicherheitsmaßnahmen und wichtige Arbeitsschritte. Wir erklären nochmals genau die Nähmaschinen und wie sie zu behandeln sind. Die Schüler selbst kommen mit eigenen Ideen, wie man z. B. die Werkstattordnung aufrechterhalten kann. Danach bedanken wir uns bei den Schülern für die tolle Zusammenarbeit und sagen ihnen, wie stolz wir auf die Fortschritte sind, die sie während der letzten zwei Wochen gemacht haben. Die Schüler ihrerseits bedanken sich bei uns für unsere Geduld und mit dem Gewissen der Trennung in Gedanken gehen wir bereits an diesem Abend ein wenig traurig auseinander.

Freitag, 20. Juli 2007

Obwohl wir besprochen hatten, dass wir morgens nicht mehr nähen, sondern erstmal den Umzug erledigen, sitzen, kaum haben wir die Bibliothek aufgeschlossen, alle um die Nähmaschinen und wollen weiter an ihren Projekten arbeiten. Die Maler wollen erst noch ihre Arbeit beenden und den Raum säubern. Am späten Vormittag können wir endlich einziehen. Wir bereiten nach und nach die Werkstatt vor und räumen alles ein. Der Raum ist auch dank der Maler sehr schön geworden und uns bleibt nur zu hoffen, dass er in Zukunft auch genutzt wird! Bereits am Nachmittag beginnen die Abschiedsfeierlichkeiten und wir müssen die Schüler regelrecht dazu zwingen aufzuhören.
In der Werkstatt wird zur Übergabe der große Tisch mit den gefertigten und einigen angefangenen Schülerwerken geschmückt. In aller Feierlichkeit und mit allerlei Lokalprominenz übergeben wir der Schulleiterin die Werkstatt.
Schade, dass die Zeit so schnell an uns vorbeirauschte. Wir hätten gut noch ein wenig mehr davon gebrauchen können.

Es war ein tolles Projekt!

Gruppenbericht Maler

 


Die erste Woche in Maputo und der Ausflug aufs Land ließen es erahnen: in Mosambik gibt es kein Malerhandwerk! Die nötigsten Anstricharbeiten – von mehr kann sowieso keine Rede sein – werden hier einfach von angelernten Kräften übernommen. In der Regel sind das Handwerker, die aus dem Hochbau kommen (Maurer?) und die Malerarbeiten als zusätzliche Einnahmequelle nutzen. Entsprechend beschränkt ist die im Land zu beobachtende Vielfalt an gestalterischen Schöpfungen. Von einem echten Austausch im Malerhandwerk musste also schon früh Abschied genommen werden.

Nach Ankunft in Moamba am Montag machten wir uns gleichwohl rasch daran Ausschau zu halten nach geeigneten Malerobjekten. Die von uns ursprünglich ins Auge gefassten Schlafräume der Schülerinnen und Schüler wurden bald ausgeschlossen. Die BewohnerInnen der 12er Schlafräume hätten schlicht und einfach keine Ausweichmöglichkeit, um sich während der Arbeiten woanders aufzuhalten. Natürlich boten sich viele andere Räume: Klassenräume, Bibliotheken, Aufenthaltsräume, etc. Aber auch für sie galt, dass im Laufe des dreischichtigen (!) Schultages ständige Nutzungen vorgesehen sind, so dass wir kaum über die Nutzung der Räume frei verfügen konnten. Dann der Durchbruch: auf den Gängen der Laubengänge standen komplett schmucklose Stahlbetonbänke, welche sowohl auf eine Sanierung, als auch auf eine Dekoration warteten. Sie sollten es sein, zumal Anna diese ggf. mit Polsterauflagen als ergänzendes Projekt nutzen könnte. Bei aller Freude das erste Projekt gefunden zu haben, kam aber auch erster Frust auf: haben wir dafür überhaupt das richtige Material dafür in Maputo eingekauft? Mit einem unklaren Gefühl gingen wir ins Bett.



Dienstagvormittag lernten wir zunächst die Schule kennen. Der Rundgang durch das Gebäude verdeutlichte, dass der bauliche Zustand recht marode ist. Vor allem der ästhetische Eindruck war bescheiden. Wenig Farbigkeit, vorwiegend ein Traum in Beige. Das ist die farbenfrohe Bilderwelt Afrikas? Habe ich mir anders vorgestellt, wohl wissend, dass der westafrikanische Teil des Kontinents der buntere ist.
Das Kollegium der Schule lernen wir nicht kennen. Lediglich „Joker“ - so erscheint uns der Name des stellvertretenden Leiters klanglich – stellt sich uns als betreuende Person vor. Er wohnt, wie auch Christina (Schulleiterin) auf dem Gelände. Warum uns die in drei Schichten eingesetzten LehrerInnen vorenthalten bleiben, ist ein Rätsel, zumal diese ja auch die angestrebten, berufsbildenden Inhalte im Unterricht leben sollen. Dafür lernen wir schon bald die Frühschicht der Schüler kennen. Tanzend und singend begrüßen sie uns. Keine Spur mehr von der seltsamen Missstimmung des Vorabends. Auch dort wurde uns zwar zunächst ein freundliches Ständchen gebracht, doch nachdem wir das Gruppenquartier bezogen hatten, kippte die Stimmung. Einige von uns empfanden die Schlaf- und Hygieneräume als zu dreckig. Zunächst mürrisch, dann lauthals schimpfend wurde dies geäußert. Rainer und Michael formulierten dies der Schulleitung gegenüber mit deutlichen Worten. Ob sie auch passend getroffen wurden? Mir erschien diese Meckerei am ersten Abend als schlechter Stil und Unhöflichkeit. Vielleicht hätte man auch erst einmal eine Nacht durchhalten können, um dann in aller Ruhe und mit Bestimmtheit seine Wünsche kundzutun. Haben wir wieder einmal vergessen, dass wir in einem der ärmsten Länder der Welt gastieren? Haben wir übersehen, dass uns ein Aufenthaltsraum mit Möbeln hergerichtet wurde, dass dort ein Herd steht, dass wir eine (zugegebenermaßen bezahlte) Köchin haben? Hoffentlich belastet das nicht unseren Aufenthalt. Ok, eine unruhige Nacht mit psychisch bedingtem Körperjucken durchlebe ich auch. Nicht zuletzt, nachdem mir im Aufenthaltsraum eine Riesenkakerlake begegnet ist.

 

Zurück zur Malerei: Am Dienstagnachmittag gingen wir es schwungvoll an. Die Schulleitung in Moamba wies uns die Gruppe der „Maler“ zu: 5-10 Jungen in zwei Schichten. Anna, Murat und ich (Thomas) sammelten sich mit der Nachmittagsschicht in einem gerade ungenutzten Klassenzimmer zur Besprechung. Die Idee mit den Bänken kam gut an. Murat stellte schnell klar, dass er über zahlreiche Gestaltungstechniken verfügt, mit welchen er die Bänke verschönern kann. Dabei lies er keinen Zweifel aufkommen, dass er auch noch eine Innenwandgestaltung anstrebt. Die Jungens verstehen nur die Hälfte, nicken aufgrund ihrer überraschend guten Englischkenntnisse brav. Vor allem der Sohn der Schulleiterin nimmt dankend die Rolle als Dolmetscher an. Sein Englisch ist wirklich gut. Die mitgebrachten Schablonen eigneten sich gut als Anschauungsobjekt. Ansonsten haben wir derlei ja komplett vergessen. Keine Bücher, keine Fotos, keine Farbkarten – wir Trottel!.
Um einen Eindruck der mosambikanischen Gestaltungsideen zu bekommen, forderten wir die Gruppe auf zu skizzieren. Schnell griffen sie zu den Stiften, um uns Vasen, Töpfe und Trommeln zu skizzieren. Mmmh, seltsame Ideen. Aber irgendwie auch logisch, denn diese Accessoires prägen ja tatsächlich deren Lebenswelt. Die nahezu aussschließlich abbildhaften Ideen sind als Schablonen kaum geeignet, so dass wir dieses Brainstorming bald beendeten.
Vor allem Murat war bestrebt zur Tat zu schreiten. Im strahlend weißen Maleranzug trat er auf und erklärt der Gruppe das mitgebrachte Malerwerkzeug mit Hilfe der Übersetzungskunst Annas. Während dessen fuhr mich Christina ins Dorf, um einen Sack Zement zu kaufen. Rechtzeitig eingetroffen, griff sich Murat die Kellen, verlangte Eimer und Wasser und machte der Gruppe vor, wie die Bänke zu sanieren sind. Keine 10 Minuten vergingen, da wuselte es nur so von „Betonsanierern“.


Dann die erste Ernüchterung. Die Zementqualität hatte mit unserem Reparaturmörtel so gar nicht zu tun. Es ist halt drin, was drauf steht: Zement. Und dieser bindet mit dem salzigen Dorfwasser irgendwie nicht richtig ab. Mürbe brach er zudem immer wieder auf, so dass am Ende des Tages feststand, dass wir uns auf die Gestaltung beschränken müssen, da auch der nominelle Malerlehrer hier nicht weiter wusste: mangelnde Praxiserfahrung, wa?.

Nicht aufgeben wollend versuchten wir uns wider besseres Wissen noch einmal am Spachteln. Doch erneut half weder die Veränderung der Sandmenge, noch die Wassermenge, noch die Auftragsdicke etc. Also ran an die Grundierung. Haben wir so eine überhaupt? „Primary tintura“, hieß das nun Zwischenbeschichtung oder Grundierung? Das Wörterbuch spricht ja vom „pint imprimary“ als Akt des Grundierens. Kritisch testeten wir den Anstrich. Binnen weniger Minuten trocknete das filmbildende Material auf. Nach oben hin leicht adhesiv. Eine echte Grundierung ist das also nicht gewesen. Da sie auf Wasserbasis war, wäre sie für den dichten Beton aber eh nicht geeignet gewesen.Wir nahmen es wie es kam und beschichteten alle Bänke auf diese Art und Weise.
Das Tagwerk war damit aber noch nicht vollzogen. Schon am Nachmittag erklärten wir der Gruppe den Umgang mit der weißen Beschichtungsmasse und den Rollen und Pinseln. Wiederholt drängten wir auf richtigen Umgang. Wir fanden kein wirkliches Gehör. Das Gespür für tropfenfreies Arbeiten war in keiner Weise ausgebildet. Trotz mitgebrachter Folie sauten sie ziemlich herum. Dafür aber mit einem Fleiß, wie wir es sicherlich nicht erwartet hatten. Eine Kerngruppe von 5-6 Personen applizierten so viele Bänke mit der Zwischenbeschichtung, bis es dunkel wurde. Das inzwischen eingeschaltete Flutlicht auf dem Betonfußballplatz lud nun aber auch ein, ein Spielchen zu vollziehen. Murat trat den Vergleich an. Ich selbst nutzte den herrlichen Sonnenuntergang für eine paar Fotoaufnahmen. Der permanente Staub und der Rauch der Müllverbrennungen allerorten sorgten dafür, dass die Sonne tief rot-orange glühte. Ein Gruppenbericht und eine Doppelkopfrunde ließen den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen zunächst wieder Frühstück. Üblicherweise aus Dosenmarmelade (igitt), Weißbrot und irgendeiner warmen Speise (Eier, etc.) bestehend. Das Arbeitswerk für heute sah vor, die restlichen Bänke zu grundieren und anschließend die Schlussbeschichtung aufzutragen. Damit hatten wir dann auch den ganzen Tag zu tun. Dabei wurde klar, dass die Farbe für die abschließenden Gestaltungsarbeiten nicht reichen würde. Wie aber kommt man in Moamba an neue Farbe? Ich versuchte mich mit einem Spaziergang ins Dorf. Dort angekommen wurde mir zwar freundlich zugewunken und ein „bom dia“ zugezwinkert. Doch meine Fragen nach Farbe wurden nur freundlich belächelt. Wieder in der Schule angekommen, dann die Überraschung. Ein italienischer NGO-Mitarbeiter, welcher mit einigen Schülern eine Art Kantine gebaut hat und dort auch Malerarbeiten vollziehen ließ, bot uns an, auf seinem Heimweg Material für uns zu besorgen. Kurz abgeklärt, was an Geld für uns übrig ist, übergab ich eine Liste mit Wünschen. Später sollte sich herausstellen, dass die meisten davon nicht erfüllbar waren: keine Schablonenfolie, keine Pappen, kein Abdeckpapier, keine Teleskopstange, kein Klarlack. Aber 10 Liter weiße Farbe. Damit sollte sicher gestellt sein, dass wir die Bänke gestalten können. Für das inzwischen geklärte Objekt der zweiten Woche, die Gestaltung der Schneiderwerkstatt, durfte hingegen neue Farbe zu finanzieren sein. „Vamos ver“ (wir werden sehen).



Auch dieser Abend verlief zunächst wie gewohnt: kurzer Gang in die stockdunkle Stadt, ein mehr oder weniger schnelles Bier, einige kurze Kontakte zu den Verkäufern. Daheim noch Gespräche, Kartenspiel, etc. Vielleicht sollten wir dann doch einmal eine Kneipe aufsuchen, um in länger anhaltende Gespräche mit Einheimischen zu kommen. Die Körnung dieses Tages wurde von Murat vollzogen. Mittels Wickeltechnik wurde die erste Bank probeweise beschichtet. Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen. Voller Freude ging es daher noch schnell auf den Fussballplatz. Wer das erste Tor kassiert, fliegt mit seiner Mannschaft raus. Dumm, dass ich einen Elfmeter an die Latte setzte. Glück, dass meine Mannschaft trotzdem gewann.

Der Erfolg des Vorabends bestätigte sich am nächsten Arbeitstag. Staunend stand unsere Gruppe vor der fertigen Bank. Entsprechend stolz und selbstbewusst lehrt Murat in „denglisch“ diverse Gestaltungstechniken auf vorbereiteten Schrankrückwänden. Inwiefern die Schüler ihn verstehen, blieb bis zum Schluss unklar, da die meisten von ihnen weder Deutsch noch Englisch sprachen. In jedem Falle ließen sie sich nicht lange bitten und schritten zur Tat. Die Farbwelt der Schüler unterschied sich sichtlich von unserer, doch natürlich ließen wir sie machen. Später sind alle von den „Farbakzenten“ auf dem Gelände begeistert. Ich selbst finde die Farben bis zum Schluss recht gruselig, muss mich aber vor zu hohem Anspruch schützen. Entscheidend ist nämlich, dass die Schüler mit deutlicher Lust und Freude zu Werke gehen. Da störten die ständigen Tropfereien am Ende nur noch wenig. Und zwischendurch blieb ja auch immer die Möglichkeit sich mal für eine Schachpartie mit einem Schüler zurückzuziehen.
Gegen 18 Uhr machen wir Feierabend. Acht gestaltete Bänke schmücken das Gelände. Fehlte nur noch die Schlussbeschichtung gegen Verschmutzung, welche erst noch in Maputo besorgt werden musste. Doch daran wurde am Abend nicht mehr gedacht. Denn die Szenerie wurde durch den ausstehenden Besuch der Moamba-Dorfdisco bestimmt. Ein toller Abend, mit viel Tanz (schon ab 22 Uhr!) und zuviel Alkohol. Murat kehrt als letztes zurück. Wo der bis um 6 Uhr wohl war?

Am Wochenende ging es zurück nach Maputo. Vor allem der Materialeinkäufe wegen. Aber auch, weil wir uns am Abend mit Kasimiro – ein guter Freund Rainers und ehemaliger Tänzer am von uns besuchten Theater – verabredet haben, um das Nachtleben Maputos zu erkunden. Zuvor sollte es zudem noch zu einem „Kennenlerndinner“ mit unserem Ansprechpartner der deutschen Botschaft in Maputo gehen. Diese ist vor allem aufgrund der anstehenden Einrichtung der Tischlerwerkstatt involviert. Die Botschaft soll hierfür eine immens teuere Holzbearbeitungsmaschine finanzieren.
Die Suche nach geeigneten Beschichtungsstoffen fiel uns inzwischen leicht. Trotz fehlenden Malerhandwerks produzieren gleich zwei Firmen entsprechende Anstrichstoffe direkt in Maputo. Also fuhren wir diesmal in ein entsprechendes Fachgeschäft. Die Produktqualität der dort erstandenen Farben war deutlich besser als jene, welche wir zuvor in einem „Handwerkerkrämerladen“ gekauft hatten. Entsprechend höher waren auch die Preise, so dass wir nicht alle unsere Wünsche erfüllen konnten. Dummerweise mussten wir uns gerade bei dem so notwendigen, transparenten Schlussanstrich für die Bänke beschränken. Denn der entsprechende Lack war ziemlich teuer.
Während wir die Farben besorgten, kümmerten sich die anderen um ihre Gewerke. Anschließender Treffpunkt war wie immer das Cafe Continental, wobei wir diesmal nicht einkehrten, sondern gleich weiter ins Nucleo de arte fuhren. Der dortige Internetanschluss war schlicht der schnellste. Das war heute besonders wichtig, da Senior Langa dringend ins Bett sollte, bevor er uns erneut durch die Nacht kutschierte. Wie wichtig Schlaf für ihn war, zeigte sich schon am Morgen bei der Anreise. In zwei Fällen wäre er infolge Übermüdung fast in den Graben gefahren! Also ging es nach Erledigung aller Korrespondenz zunächst nach Matola. Nach wenigen Minuten war es im ganzen Gebäude mucksmäuschenstill. Die Gruppe schlief ihren Rausch aus. Ich genoss zunächst noch die Abendsonne und gesellte mich dann auch dazu.



Am Abend überraschte uns Eugenio mit einem kurzen Besuch. Von Herrn Langa mit nach Matola genommen, präsentiert er uns seine zweite Familie und sein zweites Bauunterfangen. Diese Doppelfamilien sind in Mosambik regional sehr unterschiedlich vertreten. In manchen Regionen lebt man monogam, andere Ethnien bevorzugen die Polygamie. Eugenio belässt es jedenfalls bei zwei Frauen, die er (durch diverse Schicksalsschläge gebeutelt) gleichermaßen versorgt. So blieb er anschließend auch daheim. Er verpasste nicht viel. Der lang ersehnte Tanzabend war aus meiner Sicht ein Flop. Ein übelartiger Latinoschuppen als location wurde infolge diverser Erkrankter gegen 2,30 Uhr mehr oder weniger schlagartig verlassen. Murat hatte gerade wieder ein Date vereinbart. Doch diesmal musste er verzichten.
Der vergleichsweise frühe Gang ins Bett tat allen gut. So konnten wir am Sonntag ganz gemütlich erwachen, im Continental frühstücken, im Chissano-Museum die angestrebten Einkäufe erledigen und gegen Mittag noch einem jungen Maler einen Besuch abstatten. Um 16 Uhr waren wir bereits zurück in Moamba. Jeder ließ den Tag nach seinem Gusto ausklingen. Ich sichtete zusammen mit Uta und Rüdiger das Dorf und schaute auf diese Weise bei einem Fußballspiel vorbei. Toll, so fanden wir sogar ein Lokal, welches durchaus südeuropäischem Niveau entspricht. Wie das hierher gekommen ist, bleibt ein Rätsel. Tatsächlich trafen wir dort auch keinen einzigen Gast und der Swimmingpool war nicht mit Wasser gefüllt. Möglicherweise hatte die Frelimopartei hier früher einmal einen Funktionärsstandort geplant?


Moamba 2. Woche

Für die zweite Seite des Schulgebäudes hatten wir uns fest vorgenommen, dass die Farbgebung europäischer ausfallen sollte, denn die erste Seite war für unsere Augen doch sehr farbintensiv ausgefallen. Wie kommt es wohl, dass die Schüler ein so anderes Farbempfinden formulierten? Bei fast jedem zur Diskussion gestellten Farbvorschlag waren sie (mehr oder weniger) geschlossen anderer Meinung als wir! Entsprechend machten wir von der Idee des „Austausches auf Augenhöhe“ Gebrauch und ließen die drei Grundfarben für den zweiten Gang „europäisch eingefärbt“ abmischen.

Verging der gesamte Montag mittels Bankbeschichtung wie im Fluge, so war schon an dessen Abend klar, dass wir ab Dienstag lange Gesichter machen würden. Die für mosambikanische Verhältnisse immens teueren Beschichtungsstoffe aus dem Farbenfachhandel waren zwar guter Qualität, doch infolge des Preises eben knapp bemessen worden. Die Entscheidung des Wochenendes, nur beschränkt Farbe zu kaufen, erwies sich also schnell als Fehler. Wie sollten wir mit dem bisschen Restfarbe denn nur einen ganzen Raum gestalten? Die noch ausstehende, zweite Klarlackierung würde den Kohl nicht fett machen. Sollten wir es der Reisekasse etwa erneut zumuten nach Maputo zu fahren, um noch einmal Farbe einzukaufen?

Die Frage wurde in der allabendlichen Runde kurz geklärt und nur diffus abgenickt. So bot ich zunächst an, ggf. ein privates Sponsoring zu betreiben. Mehr dazu aber erst am nächsten Tag, denn eine fette Grippe quälte mich schon den ganzen Tag und ich musste endlich ins Bett.
Am Morgen danach ging es mir nicht wirklich besser. Dies bewies der quälende Spaziergang zum Bäcker, welcher erstmals von mir erledigt wurde. Entsprechend beschränkte ich mein Engagement am Vormittag darauf, Murat die Restarbeiten erledigen zu lassen. Am Mittag dann der erwartete Gau. Nao de tinta! Kurzerhand ließen wir uns erklären wie die Dschapas von Moamaba nach Maputo fahren. Ob ich nun in der Schule herumhänge oder im Dschapa? Auf der Fahrt war es so eng, dass ich zwar ständig einnickte, aber nie umkippen konnte.

In ca. 60 Minuten brachte uns (Murat und Thomas) ein solcher auf direktem Weg an den Mercado-Central Maputos. Den kannten wir ja schon sehr gut und gleich nebenan war der Farbenhändler des ersten Einkaufs. Der war ja viel billiger als der Fachhandel, also wählten wir seine Dienste erneut. Rasch etwas Dispersion und etwas Klarlack eingekauft. Dann noch eine kurze e-mail geschrieben und schon saßen wir wieder im Dschapa für die Rückreise. Lustigerweise war es der gleiche Bus, so dass es Murat mit seinem „englischen“ Charme tatsächlich gelang, uns bis vor die Tür der Schule fahren zu lassen. Die sms von Christina, dass wir auf Anraten Rainers nicht mehr so viel Geld ausgeben sollten, kam zu spät. Für uns war nun aber sicher gestellt, dass wir das Projekt auch zu Ende führen können.
Am Abend kam es dann zum ersten echten Eklat. Ein betrunkener Lehrer nahm (endlich) Kontakt zu uns auf. Dumm nur, dass das nach Rainers Auskunft in Mosambik als echte Respektlosigkeit gilt. Erzürnt verwies er ihn aus dem Haus und informierte die Schulleitung. Mir war seine Reaktion zu heftig. Wie schon am Abend der Ankunft in Moamba wäre es mir lieber gewesen, wir hätten erst am nächsten Morgen reagiert. Dies auch weil klar war, dass Rainer am Mittwoch zu einem Gespräch mit der obersten Bildungsdirektion nach Maputo geladen war. Wenn dieser und alle weiteren, kleinen „Vorfälle“ nun dort bekannt würden? Ob das eine gute Grundlage für eine Partnerschaft ist?

Mit einem Klopfen an der Tür begann der Mittwoch sehr früh. Direktorin Christina und der Chef des Distrikts Moamba standen vor unserer Unterkunft und wollen sich bei Rainer für die Vorfälle entschuldigen. Der ist aber schon auf dem Weg nach Maputo! Also riefen sie ihn kurzerhand an und entschuldigten sich. Als ich das erfuhr, ergaben sich bei mir wirklich seltsame Gefühle. Was passiert denn hier gerade? Eine Folge von Missverständnissen oder unterschiedliche Interessenslagen? Die ganze Partnerschaft erscheint mir gerade unausgegoren. Trotz der vielen, sehr mühsamen Vorbereitungen Rainers. Wahrscheinlich sind diese Probleme ganz normal, stoßen aber seltsam auf. Ich glaube, dass die Ideen des Ministeriums in der Schule entweder gar nicht richtig angekommen sind oder diese so stark mit ihren Alltagsproblemen zu kämpfen haben, dass das Engagement zwangsläufig auf kleiner Flamme gehalten werden muss. Denkbar ist allerdings auch, dass die Schule ganz andere Interessen hat, diese aus uns unbekannten Gründen aber nicht formuliert.
Fernab dieser Probleme erlebten wir einen sehr erfolgreichen Malerprojekttag. Die Schneiderei erhielt den geplanten Anstrich, ein Materialschrank wurde neu bespannt und Murat und ich hatten viel Spaß bei Arbeit mit den Schülern. Der ergab sich immer wieder auch abseits der eigentlichen Tätigkeiten. So zum Beispiel beim gemeinsamen Einüben unseres ehemaligen Begrüßungstanzes. „Bem vindo“ klang es durch die Halle. Es gab viel zu lachen.

Am Abend kehren Rainer und Julia aus Maputo zurück und berichten vom Gespräch mit Baijana und der Direktorin. Wie erwartet kam alles zur Sprache, was aus meiner Sicht besser nicht hätte zur Sprache kommen sollen. Rainer sprach von einem erfolgreichen Tag. Mir wurde es viel eher komisch im Magen. Als Uta sich demonstrativ distanziert, stimme ich spontan zu. Infolge dessen diskutierten wir sehr heftig. Es kam gar zu persönlichen Missstimmungen, die später zum Glück ausgeräumt werden konnten. Wie soll man mit den zuvor beschriebenen Problemen seitens der „vorgesetzten“ Institutionen umgehen? Diese Kernfrage steht zur Diskussion.

Am Donnertag haben wir mit der Gruppe wieder richtig losgelegt: den Sockel abgeklebt, Fußleisten abgeklebt, Schalter abgeklebt, usw. Dann haben wir den ersten Anstrich aufgetragen. Nachdem die Schüler mit dem Anstrich fertig waren, mussten sie schon zum Mittagessen. Das nahmen die Schüler stets genau, denn die Mahlzeiten für sie waren schmal gesät. Immer wieder baten uns Einzelne darum, sie mit zum Essen zu nehmen. Ziemlich bedenkliche Situation. Das Problem mit dem Trinkwasser eingeschlossen, ist dies das aus meiner Sicht am dringlichsten anzugehende Probleme der Schule.
Am Nachmittag haben wir uns mit der zweiten Gruppe getroffen und uns auf den Weg zur Beschichtung unseren letzten Bank gemacht. Wir wollten ja letztendlich alle Bänke fertig stellen. Nachdem wir mit dem Anstrich fertig waren, haben wir uns auf den Weg zur Schneiderei gemacht, um dort den 2. Anstrich zu machen. In dieser Zeit hat sich Thomas mit einer „HIV-Schablone“ beschäftigt. Der stellvertretende Schulleiter hatte ihn gebeten, eine Bank zum Thema „Aids“ zu gestalten, da dieses in Moamba ja so allgegenwärtig ist.
Nachdem der zweite Anstrich in der Schneiderei fertig war, wurde die letzte Bank damit schließlich auch betupft. Und so haben wir uns in zwei Gruppen geteilt: die eine Gruppe lackierte die Bänke mit einer abschließenden Klarlackbeschichtung und die andere Gruppe beschäftigte sich mit den ausstehenden Schrankbespannungen in der Schneiderei. Die Klarlackierungen hätten uns fast die Projektvollendung gekostet, denn deren Kosten hatten wir nicht bedacht. Aufgrund des vielen Staubes in Mosambik und der damit einhergehenden dreckigen Kleidung der Schüler, war diese aber für eine leichte Reinigung der Bänke unerlässlich. Zum Glück hat die Reisekasse gereicht. Beim nächsten Mal sollten wir mehr Geld für Malermaterialien in Hamburg einfordern. Am Abend haben wir uns wieder in der Gruppe getroffen und den Tag besprochen.

Am Freitag sind wir ganz in Ruhe aufgestanden, haben uns zwei Besen besorgt und
dann wurde die Schneiderei leer geräumt. Der Raum wurde sauber gefegt. Anschließend ging es zum Wasser holen. Nachdem wir den Raum fertig gereinigt hatten, wurde er der Schneidergruppe übergeben.
So blieb nur noch das Einräumen und Übergeben des Malerschranks. Hierzu wurden die Bezeichnungen der Werkzeuge und Materialien auf Portugiesisch übersetz und um einige Verhaltensregeln in der Landessprache ergänzt. Der genaue Bestand wurde gezählt und das Gesamtwerk (ordentlich eingeräumt) der Malergruppe übergeben. Ein junger Mann erklärte sich bereit, in Zukunft für die Vollständigkeit der Malermaterialien Verantwortung zu übernehmen. Das abschließende Foto beschloss unser erfolgreiches Projekt. Die am Nachmittag erschienenen Repräsentanten der Deputatsregierung schienen jedenfalls beeindruckt. Und auch die Schüler schienen zufrieden. Am Abend sprach mich der verantwortliche Maler sogar noch einmal an, da er sich Sorgen darüber machte, dass er uns die zukünftigen Leistungen ja gar nicht zeigen könne! Na, wenn das mal keine Motivation für zukünftige Malerprojekte in Moamba ist?!
kommt noch

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.Projektbericht Raumausstatter

Dienstag, 10. Juli 2007

Da das ursprünglich geplante Projekt meinerseits aus Mangel an Material nicht stattfinden kann, schließe ich mich der Malergruppe von Murat an. Ich fungiere als Dolmetscher und versuche meine mehr oder weniger kreativen Ideen einzubringen. Ich helfe den Jungs beim Ausbessern der Bänke so gut ich kann und suche weiter nach einem für mich realisierbaren Projekt zum Thema Raumausstattung. Am Nachmittag wollen Christina und ich einige Schablonen für die Gestaltung der Bänke nach den Ideen der Teilnehmer anfertigen. Doch da wir leider kein passendes Material für die Schablonen haben, fällt das flach.

Mittwoch, 11. Juli 2007

Am Vormittag fahren Heike, Rainer und ich mit Jokera in die Berufsschule von Moamba um ein auseinander gebrochenes Nähmaschinengestell schweißen zu lassen und nach eventuell vorhandenen Ersatzteilen wie zum Beispiel Keilriemen zu fragen. Das mit dem Schweißen funktioniert total super und der Padre findet für uns sogar noch zwei Keilriemen, sodass wir auch die letzten beiden Maschinen zum Laufen bringen.


Donnerstag, 12. Juli 2007

Das Projekt steht jetzt endlich fest: Als erstes werde ich mit Interessierten 3 Säcke für die von den Tischlern gemachten Kubbspiele. Bevor ich jedoch richtig loslegen kann, brauche ich Maße und ein paar Schüler. Die Maße ermittele ich nach dem Frühstück und dann suche ich mir gleich noch ein paar nützliche Vokabeln aus dem Wörterbuch raus. In der Schneiderwerkstatt findet die Idee einen recht guten Anklang und mit Julieta und Reisa habe ich dann eine kleine aber motivierte Gruppe. Da das Spiel aus Holz und dementsprechend schwer ist, muss der Sack aus mehreren Lagen des dünnen Stoffes und aus einer Einlage bestehen. Wir fangen gleich mit den Zuschnitten an, die wir auf Grund der Platzknappheit an diesem Vormittag leider noch nicht ganz fertig bekommen. Um 12:00 Uhr ist die Eröffnung der Kantine und am Nachmittag versuche ich den Schneidern ein bisschen zu helfen. Mit meiner Idee für Staubschutzhüllen für die Nähmaschinen habe ich mal einen echten Geistesblitz und ich setze mich gemeinsam mit Marina, die mir beibringt wie man einen Schnitt macht, an den Zuschnitt und das Nähen der ersten beiden Überzüge.

Freitag, 13. Juli 2007

Direkt nach dem Frühstück legen Reisa, Julieta und ich los: Wir schneiden die letzten fehlenden Teile zu und fangen dann schon mit ein paar leichteren Übungen an der Nähmaschine an. Da beide noch nie an einer Nähmaschine gesessen haben, müssen wir reichlich üben um eine einigermaßen gerade Naht und einen ordentlichen Stich hinzubekommen. Da die beiden um 11.30 Uhr einen Test haben, kommen wir heute leider nicht mehr dazu mit dem Nähen der Säcke anzufangen. Da jede einen Sack bearbeitet, die Tischlerinnen aber drei brauchen, fange ich in der Mittagspause mit dem Zuschnitt und dem Nähen eines dritten Sackes an. Das hat den Vorteil, dass ich dann auch zeigen kann, wie das Ganze später ungefähr aussehen soll.
Für die Nachmittagsgruppe hatte ich mir überlegt, mit den Schülern zur Gestaltung ihrer Schlafräume Kissenbezüge zu nähen. Da aber alle voll bei den Schneidern involviert und beschäftigt sind, haben zwar viele Lust darauf, jedoch keiner die Zeit dafür. So schaue ich einfach noch etwas bei den Schneidern zu und beginne dann mit ein paar helfenden Händen die Pinnwand, die für die Schneiderwerkstatt bezogen werden soll. Damit sind wir bis zum Abendessen beschäftigt.


Monatag, 16. Juli 2007

Reisa, Julieta und ich fangen heute mit dem Nähen der Säcke an. Die Übungen haben schon etwas gebracht, aber der Umgang mit den Maschinen ist für alle nicht so leicht. Also fangen wir langsam an zu Nähen und müssen auch immer wieder Nähte auftrennen und berichtigen. Daher geht die Sache eher langsam voran. Mit viel Geduld muss ich immer wieder erklären, dass der Faden sich einfach tierisch verheddert, wenn das Rad an der Maschine rückwärts statt vorwärts dreht. So vergeht der Vormittag teilweise auch mit längeren Wartepausen, da die Maschinen von allen gleichzeitig benutzt werden müssen.

Am Nachmittag helfe ich den Schneidern so gut ich kann und beende auch noch die Arbeit an der Pinnwand, die aus einer alten Schranktür besteht, die wir mit einer neuen Capulana beziehen und an die Wand hängen wollen. Leider ist die Wand so hart, dass man einfach keinen Nagel hineinbekommt. So muss die Pinnwand erstmal in der Bibliothek, wo seit heute die provisorische Schneiderei ist, auf dem Boden abgestellt werden. In der eigentlichen Schneiderei ist nämlich gerade Murat mit seinem Trupp und gestaltet die Werkstatt schöner.


Dienstag, 17.Juli 2007

Leider haben heute morgen die Tischler den ersten fast fertigen Sack mit dem Cubbspiel und allen Zuschnitten und bereits genähten Teilen mit in die andere Schule genommen. So muss ich also gemeinsam mit Rainer rüber in die Berufschule laufen um alles abzuholen. Die Abholung dauert fast den gesamten Vormittag und als ich endlich wieder zurück bin, ist meine Gruppe geschrumpft. In meiner Abwesenheit hat Julieta mit einer Hose angefangen, die sie jetzt natürlich auch erstmal fertig machen will. So machen also Reisa und ich die Säcke weiter bis zum Mittagessen.

Nach der Mittagspause helfe ich weiter bei den Schneidern, indem ich zwei weitere Abdeckungen für die übrigen Maschinen anfange. Da gerade kein Platz an einer Maschine frei ist, muss ich den Rest beiseite legen und später weitermachen.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Reisa und ich sind fleißig und machen heute alle drei Beutel fertig, sogar inklusive Tunnelzug. Reisa ist ganz stolz auf die fertig gestellten Säcke, und das zu Recht. Der Tunnelzug hat ihr beim Nähen und auch beim Durchziehen des Bandes einige Mühe gemacht. Nun sind sie aber fertig und auch richtig toll geworden.

Am Nachmittag helfe und lerne ich in der Näherei weiter. Von den Malern gibt es noch den Auftrag eine Schrankrückwand zu beziehen und die Schneider wollen noch eine zweite Pinnwand. Doch da dafür im Moment niemand wirklich Zeit hat, nähe ich die Abdeckungen für die Nähmaschinen zu Ende. Als die Tischlerinnen wiederkommen, erzählen sie, dass sie aus dem Holz noch ein viertes Spiel rausbekommen und somit auch noch einen vierten Sack brauchen.


Donnerstag, 19. Juli 2007

Als erstes machen Reisa und ich heute Vormittag die Schrankrückwand. Sie geht mit dem mitgebrachten Tacker gleich gut um und scheint zu wissen worauf es ankommt. Die Rückwand wird super und sieht an dem Schrank total klasse aus. Im Anschluss fangen wir gleich mit dem vierten Sack an, der bis zur Mittagspause schon ziemlich weit gediehen ist. Reisa hat jetzt auch schon mehr Erfahrung mit den Materialien und den Nähmaschinen und braucht so gut wie keine Hilfe von mir.

Am Nachmittag warte ich auf die Türen des Schrankes, die auch noch bezogen werden sollen. Doch auf Grund akuter Übelkeit muss ich mich hinlegen und Christina macht die Schanktüren.


Freitag, 20. Juli 2007

Wegen Rumkotzen und Malariatest (negativ) im Krankenhaus fällt für mich heute das Projekt flach und einer der Schneider macht den letzten Beutel fertig. Abends komme ich wieder einigermaßen zu mir und nehme noch an der Verabschiedung teil.






 

Tag Abreise

 

 

 

 

 
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